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06.10.2009
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Feinfühlige Musik als Trost bei Tag und Nacht

Komponist Gerald Fink stellte bei viel beklatschtem Konzert neue Werke vor - Kongeniale Musikerauswahl
 Feinfühlige Musik als Trost bei Tag und Nacht
Foto: Seyb
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(ese) – Einen repräsentativen Überblick über das kompositorische Schaffen von Gerald Fink bot das Konzert «Ich will Dir singen» am Sonntag in St. Magdalena. Fink hat sich über die Grenzen Herzogenaurachs hinaus nicht nur als Chorleiter, Organist und Musikwissenschaftler, sondern auch als Komponist einen Namen gemacht.

«Ich bin überrascht, dass so viele gekommen sind», sagte Fink angesichts des vollbesetzten Kirchenschiffs. Eigentlich war es nicht überraschend, denn Toni Rotter mit seinem Mädchenchor, die Organistin Antje Langnickel und der Chor Vocanta aus Erlangen unter Leitung von Joachim Adamczewski versprachen ein hochkarätiges Konzert, und die Erwartungen der Zuhörer wurden nicht enttäuscht.

Psalmen liebt Fink über alles und er arbeitet gern mit Kindern. Deshalb begann der Mädchenchor das Konzert mit einer Vertonung von Psalm 40. Mit ihren schönen hellen Stimmen und ansteckender Begeisterung sangen die Mädchen weitere Psalmvertonungen und liturgische Texte, darunter ein erstmals aufgeführtes «Heilig», und erhielten dafür viel Beifall. Es ist ein Glücksfall, dass der Komponist Fink mit Toni Rotters Chor so gut ausgebildete junge Sängerinnen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft hat, die auch in den Solopartien überzeugen. Lena Webermann ist hier besonders zu nennen.

Zweifelnd, fragend

Für seine Uraufführung der «Johannes-Gesten» hatte Gerald Fink die Organistin Antje Langnickel verpflichtet, eine vortreffliche Wahl. Mit feiner Registrierung und technisch absolut perfekt betonte sie den Charakter dieses Werkes. Lang anhaltende, gleichsam meditativ wirkende Ostinati setzen das Spüren des Johannes in Töne um, als mahnender Rufer in der Wüste kennzeichnet Langnickel den Prediger mit schrillen Akkorden und wildem Pedalsolo. Der fragende, zweifelnde Johannes ist in einer Fuge mit schnell aufeinander folgenden Motiven dargestellt. Einfache kompositorische Mittel charakterisieren die «Lumina», vier Orgelmeditationen über Glasfenster in St. Magdalena. Wenige intensive Akkorde beklagen den Sündenfall und ein einfacher monoton wiederholter, dabei aber unmerklich veränderter Dreiklang beschreibt das Elend des verlorenen Sohnes. In die Verkündigung Mariens hat Fink ein altes Marienlied eingearbeitet, begleitet von pochenden Bässen. Den schmalen Weg ins Paradies

beschreibt ein immer wiederkehrendes Motiv mit minimalen, doch effektvollen Änderungen der Artikulation.

Auch für den Vocanta-Chor aus Erlangen hatte Gerald Fink eine Uraufführung vorbereitet. Sehr dynamisch und differenziert gestaltete dieser Spitzenchor die Psalmvertonung «Von Jahr zu Jahr», gefiel durch makellose Intonation, meisterte die wechselnden Einsätze und schuf ein homogenes Klangbild.

Kälte und Wärme

In der «Legende von Sankt Sebald» wussten die Sägerinnen und Sänger die Klage über die Kälte im Winter und in den Herzen der Menschen eindrucksvoll dem Jubel über Jesus, der Licht und Wärme schafft, entgegenzusetzen.

Auch das «Komm, Trost der Nacht», ein Loblied auf die Musik als Geschenk Gottes, interpretierte der Chor so eindringlich, dass die Zuhörer nach den letzten Tönen noch innehielten, bevor sie sich mit viel Applaus bei Komponist und Ausführenden bedankten.
6.10.2009
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